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Nach der Saison 2018 folgt die Saisonvorbereitung 2019: Neben dem Training, steht auch eine Leistungsanalyse und eine komplett neue Ausrüstung (Straßenrenntandem und Zeitfahrtandem) inklusive neuer Laufradsätze und weiteres Equipment an.

Das Klettern – hoch hinaus

Gepostet in Klettern, und Unsere Sportarten

Beim Klettern muss man zunächst grundsätzlich unterscheiden, ob man in einer Kletterhalle oder draußen in der Natur am echten Felsen unterwegs ist.

Kletterhallen

In Kletterhallen klettert man an Wänden, an denen man unterschiedlich geformte Griffe aus Stein vorfindet. Manchmal sind in Hallen einzelne Wände einer echten Felsstruktur nachempfunden. Kletterhallen sind im Schnitt rund 12 bis 20 Meter hoch und bieten diverse Kletterrouten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade (siehe unten).

Toprope und Vorstieg

Einsteiger Klettern fast immer Toprope. Das heißt, Kletterseile hängen bereits an der Route. Nachdem sich der Kletterer und die zu sichernde Person eingebunden haben, kann es auch gleich mit dem Klettern losgehen. Fortgeschrittene nutzen gerne die Möglichkeit des Vorstieges. Hier befindet sich kein Seil an der Kletterwand. Der Kletterer nimmt das Sicherungsseil selbst mit nach oben und klingt das Seil jede paar Meter in vorhandene Haken ein. Kommt es zu einem Sturz, fällt die zu kletternde Person höchstwahrscheinlich, bis das Seil gestrafft ist, einige Meter nach unten. Befindet sich z. B. die Person bereits 2 Meter über den letzten Sicherungshaken und fällt, stürzt er die 2 Meter mal 2, rechnet man die Seildehnung mit ein, ist davon auszugehen, dass er rund 5 Meter in die Tiefe stürzt.

Klettern in der Natur

Das Klettern am Felsen funktioniert vom Prinzip ähnlich wie in den Kletterhallen. Toprope- und Vorstiegsklettern ist möglich. Jedoch hängen standardmäßig keine Seile, müssen also von den Personen selbst gelegt werden. Da die Kletterfelsen häufig höher als in der Kletterhalle sind, Findet nach dem Vorstiegsklettern häufig der sogenannte Nachstieg statt. Hier klettert der Sicherungspartner seinem Kollegen nach und wird von ihm von oben gesichert. Mit dieser Klettermethode lassen sich hohe Felswände gemeinsam überwinden. Man spricht häufig von x überwundene Seillängen (eine Seillänge sind häufig 25 Meter). Klettert man eine Wand, die mit 8 Seillängen zu überwinden ist, hat man in der Regel ungefähre 200 Meter zurückgelegt.

Schwierigkeitsgrade

Beim Klettern gibt es sehr leichte bis nahezu nicht kletterbare Ruten. Damit man die Schwierigkeit einer Wand (egal ob in der Halle oder am Felsen) besser einschätzen kann, sind die Touren in Schwierigkeitsgrade (UIAA-Skala in Mitteleuropa) angegeben. Wände, die mit einer 2 ausgewiesen sind, sind sehr leicht und quasi von jeder Person kletterbar. Die Skala geht häufig in den Hallen bis zu einer 10, wobei es auch bereits schwerere Touren gibt, die mit einer 11 oder 12 ausgeschrieben sind. Je höher die Zahl, desto schwerer werden also die Kletterverhältnisse. Größere Griffabstände, Überhänge oder kleinere Griffe mit nur sehr schlechten Haltemöglichkeiten beeinflussen die Skala. Für eine feinere Abstufung befindet sich hinter der Ziffer häufig noch ein Plus (+) oder Minus (-). Eine 4+ weißt einen etwas schwereren Charakter auf, als z. B. eine 4-.

Klettern ohne zu Sehen

Über das Ertasten von Griffen für die Hände und Füße, ist es einer blinden Person problemlos möglich in der Natur oder in Kletterhallen zu klettern. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der blinde Kletterer höchstwahrscheinlich mehr Kraft an einer unbekannten Wand aufbringen muss, als sein sehender Kletterpartner. Das Suchen nach Griffen kostet deutlich mehr Zeit (= Kraft). Eine sehende Person sieht den Griff und kann auch die Qualität des Griffes gut einschätzen. Gezielt greift sie hin oder kann sogar den nächsten Griff anspringen. Das ist dem blinden Kletterer (wenn überhaupt) nur sehr schwer möglich. Für Touren, die einen wirklich hohen Schwierigkeitsgrad aufweisen, ist es also von großem Vorteil, wenn der Blinde sich die Tour über einen längeren Zeitraum aneignet. Das heißt: Er weiß genau in welchem Abstand welche Art von Griff für eine seiner Hände oder seinen Fuß folgt.
Beim Thema Vorstieg ist zu bedenken, dass die Ausgabe des Seiles manchmal etwas problematisch sein kann. Sehende Sicherer erkennen wann der Kletterpartner zum nächsten Zug ansetzt und gibt automatisch etwas Seil frei. Der Blinde spürt das häufig erst, wenn sich das Seil strafft. Hier müssen die Kletterpartner ein eingespieltes Team sein.
Auch wenn die blinde Person über das Nachstiegsklettern zu seinem Kletterpartner am Felsen aufschließt, ist zu beachten, dass der sehende Kletterpartner nach Möglichkeit nur so weit im Vorstieg hochklettert, dass er noch einen Blick auf seinen blinden Kletterpartner haben kann. Es könnte z. B. die Situation eintreten, dass die blinde Person eine Ansage für den nächsten Griff o. ä. benötigt. Hat der sehende Kletterpartner dann ihn nicht im Blick, könnte sich hieraus schnell ein Problem ergeben.

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