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Nach der Saison 2018 folgt die Saisonvorbereitung 2019: Neben dem Training, steht auch eine Leistungsanalyse und eine komplett neue Ausrüstung (Straßenrenntandem und Zeitfahrtandem) inklusive neuer Laufradsätze und weiteres Equipment an.

Teilnahme am Para-Cycling European Cup in Prag 2017

Gepostet in Wettkämpfe

Am 30.09. / 01.10.2017 fand der diesjährige Europacup im Para-Cycling in Prag statt. Kaum war das gebraucht gekaufte Rennrad-Tandem sechs Wochen im Einsatz, musste es sich bei dem technisch höchst anspruchsvollen Kurs bewähren.

Vorgeschichte

Um in Prag an den Start gehen zu dürfen, mussten wir für die Startgenehmigung zunächst einige Hürden nehmen: Darunter viel die Klassifizierung der Behinderung, die Sport-Eignungsuntersuchung, das Eintreten in einen Radrennverein und das Beantragen einer UCI-Lizenz. Nachdem das organisatorische hinter uns lag, fuhren wir mit sehr geringen Erwartungen nach Prag. Schließlich saßen wir vor dem ersten Europacup-Rennen unserer Karriere gerade einmal fünf Mal auf dem Rennrad und legten dabei nur knapp über 100 km zurück.

Das Straßenrennen am Samstag

Nachdem wir relativ spät an die Rennstrecke kamen – wir mussten das Problem unserer Helmfarbe lösen – verlief der Start nach einer sehr kurzen Aufwärmphase nur sehr mäßig. Auf der ersten Runde verloren wir rund 25 Sekunden auf unsere Konkurrenz. Eine Lücke, die wir nicht mehr schließen konnten. Somit mussten wir das komplette Rennen, welches über 17 Runden zu je 3,3 km (insgesamt 56,1 km) dauerte, alleine bestreiten.

Der höchst anspruchsvolle Kurs in Prag enthielt viele Kurven, Anstiege und Abfahrten. Knapp über 30 Höhenmeter legte man je Runde zurück. Insgesamt waren also knapp über 550 Höhenmeter zu bewältigen. Abfahrten mit 62 km/h in der Spitze wechselten sich mit 12 km/h Anstiegen ab.

Umso erstaunlicher, dass wir während des Rennens nur wenig Zeit auf die drei vor uns fahrenden Gegner, die am Ende Platz drei bis fünf belegten verloren. Anhand der Ergebnisliste stellten wir erstaunt fest, dass wir in einigen Runden sogar etwas schneller fuhren, als die Dreiergruppe, die mit Windschatten unterwegs waren. Am Ende stand der sechste Platz auf dem Papier. Den siebtplazierten überrundeten wir zwei Mal. Der Rückstand auf die Plätze drei bis fünf war deutlich knapper als gedacht. Gewonnen haben mit großem Vorsprung die aktuellen Zeitfahrweltmeister aus Polen, die uns zwei Runden abnahmen.

Kurz und knackig: Das Zeitfahren am Sonntag

Am Sonntag stand bei Sonnenschein und Temperaturen um 15 Grad das Zeitfahrrennen an. Alle sieben Tandems starteten in Abstand von einer Minute und mussten jeweils fünf Runden (insgesamt 16,5 km) auf dem identischen Kurs zum Vortag zurücklegen. Einzig die Zeitfahrweltmeister überholten uns. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,5 km/h legten wir den Kurs in 29:07 Minuten zurück und belegten am Ende den fünften Platz. Erneut konnten wir zu unserer großen Überraschung feststellen, dass die Lücke nach vorne nur sehr gering war. Gerade einmal 34 Sekunden trennten uns von dem viertplazierten.

Fazit

Neben einer Einladung für eine Rundfahrt in Polen und zu einem Rennen in Dublin, sprach uns der Bundestrainer für den Bereich Para-Cycling an. Wir tauschten Kontaktdaten aus und besprachen die Möglichkeiten eines gemeinsamen Trainings und einer professionellen Leistungsdiagnose (Istzustand) in Cottbus. Unterm Strich waren wir mit dem Wochenende, bzw. den beiden Rennen höchst zufrieden. Gerade das positive Abschneiden überraschte uns. Der Abstand zu den dritt bis fünfplazierten war nie besonders groß. Dazu waren wir mit deutlich unterlegenen Material am Start. Unser Tandem ist rund 15 bis 17 Jahre alt und konnte mit dem Gewicht und den Komponenten der Konkurrenztandems um Welten nicht mithalten. Umso erstaunlicher unsere Platzierung und die recht knappen Zeitabstände nach vorne. Nun heißt es über den Winter hart und intensiv trainieren und nach einem aktuellen Tandem Ausschau zu halten. Der Kostenpunkt eines wirklich guten Rennrad-Tandems liegt bei rund 12000 bis 14000 Euro.


Tandem im Auto

Stärkung auf der Autofahrt

Die Startnummern sind abgeholt

Beim Kennenlernen der Strecke am Freitag

Der Helm ist mit Isolierband abgeklebt

Köstlichkeiten in der Prager Altstadt

Sepp und Tobi nach dem Rennen

Route Prag 2017

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